CINDYS NEUE ABENTEUER

Szenische Lesung über die Hysterese des Politischen, Google StreetView und besorgte Bürger

Was ist das, das Deutsche? Bier und Schnitzel, oder auch: der besorgte Bürger, der weiß, wie man gegen, aber nicht, wie man für etwas ist. Es ist der Fatalismus, der sich in einem Ordnungsdrang äußert, der ausschließt, was fremd und anders ist. German Angst, das ungerichtete, unmotivierte Unmutsgefühl des Deutschen, eine national zusammengefasste Zögerlichkeit. So unter anderem scheint das "Ausland" auf Deutschland zu schauen, gepaart mit typisch deutscher Humorlosigkeit.

Durch den Abend führt Cindy.

Cindy ist die Erfindung der Jugendbuchautorin Jean Estoril. Die 14jährige erweist sich in dem nicht mehr verlegten Mädchenbuch "Cindy: Glück im Unglück" nicht nur als hervorragende Primaballerina mit beeindruckenden Genen, sondern auch als theatrales Naturtalent - als sie sich den Knöchel bei einem Landspaziergang verletzt, kann sie nicht mehr tanzen, aber sie kann im professionellen Theaterbetrieb Schauspielerin werden. Ihr kurzer Ausflug in das Theaterleben prägt sie sehr, auch wenn ihre Leidenschaft zum jungen Igor und dem Ballett nicht überwunden werden kann.

Für diesen Abend kann Cindy noch einmal auf die Bühne und als supranational versiertes "junges Ding" wird sie sich mit ihren Freunden Igor und Rose durch die Sorgen des deutschen Michels wühlen.

Ein Versuch eines Außenblicks auf die Hasenfüßigkeit, mit der viele Menschen in Deutschland auf Veränderungenblicken. Und die wahre Bedeutung des Satzes: "Mein Haus, mein Garten, meine Frau, mein Hund".

Mit: Peter Fasching, Nadine Geyersbach, Simon Zigah

Regie: Mathilde Lehmann

Bühne und Kostüme: Marthe Labes

Dramaturgie: Franz-Erdmann Meyer-Herder

Premiere: 04. Juni 2017
Theater Bremen