DER MEISTER UND MARGARITA

"Der karierte Dirigent brüllt: Do-mi-sol-do! Das Zimmer des Finanzdirektors ist in Chaos versunken, die Tür steht sperrangelweit offen,die Lampen brennen, das Fenster zum Garten hin ist zerschlagen, der Sessel umgestürzt und niemand da. Dieser Voland... Es ist Mittag. >Die heutige Vorstellung fällt aus<."

In der Wohnung Nr. 50 treibt sich der Teufel um.

Voland, Professor für Schwarze Magie, ist in Moskau angekommen und plant seinen Frühjahrsvollmondball, das jährliche Zusammenkommen aller Sünder der Gezeiten. In seinem Schlepptau: ein alkoholisierter Dirigent und ein menschengroßer Kater. Iwan, ein armer Schlucker, liegt im Pilleneimer seiner Wohnung und weiß nicht, wie ihm geschieht, bis die Straßenbahn durch das Zimmer fährt und ihn gänzlich von seinem Kopf befreit.

Margarita hockt in einer Ecke und hängt ihren Erinnerungen an den schönen Dichter, den Meister, nach. Der ist noch da, und sinniert über seinen Roman, der in Asche im Kamin übergegangen ist. In Jerschalaim tanzt Abadonna den Walzer mit Pontius Pilatus, danach kommt nur noch der Mond. Alles liegt, alles siecht, alles schwitzt, ganz Moskau schaut hilflos den vier merkwürdigen Gestalten zu, die die Wohnung Nr. 50 okkupieren.

Michail Bulgakow schrieb von 1928 bis kurz vor seinem Tod 1940 an seinem Roman "Der Meister und Margarita", der im Moskau der 20er Jahre spielt und sich zwischen Faust-Variation, Passionsgeschichte und Satire bewegt.

Auf der Suche nach einem Teufelsbeweis zieht man durch das Moskau der 1920er Jahre, jedoch nur geistig, denn die Wohnung Nr. 50 ist das Epizentrum aller unglaublichen Phänomene, die ein Professor, ein Karierter, ein Kater und ein Todesengel bewirken.

Ein bisschen geht es auch um Liebe, aber nicht so sehr.

Es spielen: Rebecca Halm, Tom Lux, Lena Perleth, Florence Römer, Lukas Schmelmer, Ida Westheuser, Mareike Wöllhaf

Regie: Mathilde Lehmann

Maske: Anna Hofer

Premiere: 15. Januar 2015
Cammerspiele Leipzig